Sichere Bindung zu den Eltern… das Wichtigste für die Entwicklung der Kinder

Wir Menschen sind soziale Wesen

Es ist für uns lebenswichtig, uns zu binden.
Ein Kind ist nicht in der Lage, sich nicht zu binden.
Es ist im Gegensatz zu einem Erwachsenen abhängig von den Eltern.
Es kommt also nicht auf das OB an, sondern auf das WIE.

Das WIE der Bindung ist bedeutsam für die gesamte spätere Entwicklung des Kindes und hat seine Wirkungen bis hin ins Erwachsenenalter.
Bindung bleibt eine lebenslange Entwicklungsaufgabe.
Die emotionale Bindung ist verantwortlich zur Fähigkeit der Regulation von Gefühlen.
Ich mache ein Beispiel: Wenn das kleine Kind wahrgenommen
hat, meine Mutter/Vater ist nicht bei mir, ich kann mich nicht rückversichern, weil meine Bindungspersonen nicht da sind, bekommt das Kind Angst.

Fazit:

Ein Baby kann nicht verwöhnt werden, auch wenn ihr von euch nahestehenden Menschen anderes hört… Als Erstes muss der Becher voll.
Kuschelt eure Kinder, tragt sie, füttert sie wenn sie Hunger haben, Nähe, Nähe, Nähe… Wenn einer nicht mehr kann, knutscht der Andere…. 🙂
Damit die Kinder gut auf der Erde und in ihrem Leben ankommen.

Ich beobachte es immer wieder in meinen PEKiP Gruppen.
Die Kinder sind im Spiel und im Kontakt mit den Anderen. Regelmäßig sichert sich aber das Kind bei der Mutter rück.
Holt sich einmal eine Portion Sicherheit ab und stürzt sich wieder ins Getümmel. Diese Rücksicherung ist immens wichtig und die Kinder bekommen ein Gefühl von, ich kann in die Welt gehen aber mein Hafen ist erreichbar.

Diese Angst des sich nicht Sicher fühlens, wird, wenn das Gefühl sehr intensiv ist oder sich wiederholt, im Körper als Wahrheit abgespeichert. Stress wird in den Zellen eingespeichert.
Ein unterbewusstes Grundgefühl wie „Ich bin alleine“ entsteht. Das Kind kann solche Wahrnehmungen nicht über den Intellekt entlasten. Es nimmt dieses Gefühl intensiver und absoluter wahr als der erwachsene Mensch. Es wird ungefiltert in die Verdrängungskiste im KörperSchrank gepackt…
KörperSchrank

Der Mensch lebt mit diesen Wahrnehmungen und sie sind der Nährboden für die Persönlichkeit und den Lebensweg des Menschen.
Das Thema Bindung bei Kindern im Gegensatz zum Erwachsenen nimmt also eine existenzielle Stellung ein.
Ein Kind kann nicht leben ohne Bindung.

Also sorgt es dafür, diese Bindung einzugehen, sobald es ihm möglich ist (gleich nach der Geburt) und diese auch aufrechtzuerhalten.

Unsere Bindung ist unser Fundament

Wenn es nicht stabil ist, bekommt das Haus Risse. Noch im Erwachsenenalter haben wir mit dem Kitten dieser Risse zu tun. Allerdings sind reparierte Risse nicht so tragfähig und glatt wie von vornherein stabil gebaute Häuser.

Damit möchte ich sagen: Die Aufgabe von Eltern ist die stabile Bindung zu den Kindern.
Eltern bekommen im Heute immer wieder großen Druck über den Lebensbereich der Bildung des Kindes.
Was muss/kann ich tun, damit mein Kind in der Gesellschaft besteht? Das es später einen guten Job bekommt, genügend Bildung erhält. Der Freizeitstress der Kinder und damit auch der Eltern ist immens.

Der Erziehungsauftrag die Kinder zu fördern, wird sehr leistungsorientiert gesehen.
Wer schafft es noch, zu sagen, mein Schwerpunkt in der Erziehung liegt bei den sozialen Kompetenzen…
Musikalische Früherziehung, Englisch im Kindergarten, die Kinder werden die Nachmittage verplant.

Kreatives Spiel entwickelt sich aus Langeweile zuhause

Dazu gehört Auseinandersetzung mit den Eltern.
Ich höre oft den Satz: „Mein Kind langweilt sich zuhause.
Wir unternehmen immer etwas, damit es nicht unzufrieden ist.“
Dieses Verhalten der Kinder ist total normal.
Die Kinder kommen mit ca. eineinhalb Jahren in die Trotzphase. Das heißt, sie machen ihre Anbindung nicht mehr über den Rockzipfel sondern über die Konfrontation. Sie brauchen das Gefühl, Mama und Papa sind stabil und präsent da. Sie können mich vor den Gefahren der Welt beschützen. Unter anderem um dieses bestätigt zu bekommen, entwickeln sie ihren Willen, sie gehen gegen an.
Das ist eine völlig andere Anbindung als bisher aber es ist ein Bindungsverhalten. Wenn die Reaktion der Erwachsenen dann in der Dauerunterhaltung und Ablenkung des Kindes ist, kann das Kind keine Sicherheit in den Becher bekommen und die Phase verlängert sich.

Ich erinnere mich immer noch an eine Frau in einem meiner Elternkurse die sagte: „Ich hab drei Kinder. 9 ½ , 4 ½ und 1 ½  und ich befinde mich seit 8 ½ Jahren in der Trotzphase….“
Da fragt man sich dann irgendwann, welcher Idiot einem gesagt hat, das zu einem erfüllten Leben auch Kinder gehören… 😀

Die Hochzeit des Trotzens endet mit ca. 4 ½ . Wenn der Becher noch nicht voll ist, verlängert es sich bis er dann voll ist.

Wie immer mein Zusatz: Wenn du mich brauchst, kontaktiere mich. Ich bin da.

 

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