Wie geht das mit der Selbstliebe?

Als im vergangenen Jahr die Dokumentation „Embrace“ im Kino lief, sah ich mir den Film mit meiner sehr wunderbaren Freundin Marleen an. Es geht um Selbstliebe und Selbstakzeptanz.
Ich erzählte meinen Mädels am nächsten Tag über den Inhalt… wie so oft, wir waren im Auto unterwegs.
Ich liebe diese Autogespräche. ♥
Meine Mädchen, im letzten Jahr 18 & 14 Jahre alt, erzählten, wie oft sie mit ihren Freundinnen über ihr Aussehen und ihre „Mängel“ sprechen.
Mit was sie bei sich selber nicht einverstanden sind, was zu dick,
zu dünn, zu weit auseinander oder zu dicht beieinander ist.
Was zu viel und was zu wenig wächst.

Auf dieser Autofahrt erfanden wir ein Spiel.
Ich möchte es euch ans ♥ legen.

Das „Was mag ich an mir“ Spiel

Abwechselnd waren wir Drei an der Reihe. Jeder sagte, ich mag an mir…. oder ich finde schön an mir…..oder mir gefällt an mir, dass….

Es war irgendwie zauberhaft, machte ein besonderes inneres Gefühl, etwas Positives am eigenen Körper zu benennen und es auch noch
laut vor Anderen auszusprechen.
Sehr ungewohnt, ein bisschen peinlich aber auch sehr Besonders.

Spannend war auch, dass wenn jemand seine Aussage machte, die Anderen das kommentierten. Wir kamen richtig in Fahrt, kamen von den Ohren über die Füße, die Bauchnabelform, zur Haut… 😀
Wir waren uns einig, dass wird unser Lieblingsspiel.
Tatsächlich haben wir es nicht wieder gespielt, es ist bestimmt auch komisch, immer wieder zu erzählen, dass ich meine Ohren mag. 😀
Aber es muss auch nicht wiederholt werden. Es war dieses eine mal super besonders.

Der Mensch orientiert sich gerne am Negativen.
Gefällt etwas nicht, rückt es in unseren Fokus. Das ist in allen Bereichen so. Ob es um unser Aussehen geht, um unsere Leistungen, unseren Alltag.

Wer kommt schon Abends nach Hause und freut sich noch mal ausgiebig darüber, dass es heute auf dem Nachhauseweg keinen Stau gab?
Anders herum wird sich gerne noch lange geärgert, wenn die Straßen voll waren.
Dieses schließt alle Bereiche ein.

Wir integrieren unsere Erfolge nicht.

Ich erzähle eine meiner Geschichten dazu.
In meinem Ausbildungsinstitut, www.jipz.de, erlernte ich die Emotionalarbeit sowie das Aufstellen.
In der Emotionalarbeit war es für mich so, als hätte ich in meinem Leben nie etwas anderes gemacht.
Es gab noch nie auch nur einen Prozess, in dem ich unsicher war.
Es ist meine Berufung.

Beim Aufstellen ist das anders. Für mich kommt das daher, weil das Aufstellen komplett unvorhersehbar ist. Ich mag Struktur.
Ich liebe es, mir morgens eine Todo Liste zu machen und diese abzuarbeiten.
Beim Aufstellen funktioniert das so nicht. Ununterbrochen muss man in alle Richtungen denken. Das ging mir in den ersten Jahren nicht leicht von der Hand, was dazu führte, dass ich vor den Abenden immer super aufgeregt war. Es stresste mich dermaßen, das ich schon darüber nach dachte, das Aufstellen an den Nagel zu hängen… :-O stellt euch das mal vor…. heute unvorstellbar… 😉

Fast zwei Jahre nach meinem Abschluss telefonierte ich mit meinem Ausbilder Ralf Lemke. Ich erzählte ihm, wie es mir mit dem Aufstellen ging.
Er fragte mich: „Nicky, wie viele Aufstellungen sind dir schon so richtig daneben gegangen?“
Ich erwiderte, „Keine, bestimmt hättest du das eine oder andere Mal ein bisschen was mehr rausholen können, aber so richtig daneben gegangen noch nie.“

Dann fragte er: „Wenn du dann Feierabend machst, wie lange denkst du über die Aufstellungen noch nach?“
Ich erwiderte: „Gar nicht. Ich denke sofort an den nächsten Tag oder
an private Dinge.“
Er sagt mir dann, „Nicky, du integrierst deine Erfolge nicht.
Denke nur kurz den Gedanken: Na das ist ja prima gelaufen heute.
Hab ich gut gemacht.
Dann geh in deinen Feierabend. Nimm kurz wahr, dass du zufrieden
mit deiner Arbeit bist. Das tun wir zu selten.“

Was soll ich euch sagen… mit diesem Tipp wurde es ganz schnell gut! Noch heute nach über zehn Jahren Aufstellen halte ich mich dran.
Überhaupt achte ich in meinem Leben darauf, Positives zu achten
und zu beachten. Es fördert die Beziehung zu der wichtigsten Person,
die wir in unserem Leben haben:

Uns selbst ♥

 

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