Essen als Trost oder aus Langeweile

„Ein Auto von einer Familie mit kleinen Kindern kaufen?…. Bloß nicht!!!!“ 🙂 Wie sehen nur die Sitze aus??? Ganz vollgekrümelt und verschmiert…

Immer wieder fällt mir in meinem Alltag ein Thema auf, über das ich gerne mal schreiben möchte.

Schon im ersten Lebensjahr bringen wir unseren Kindern oft bei, aus Langeweile ober Zeitüberbrückung zu essen.
Ich beobachte immer wieder, dass Eltern ihren Süßen Essen anbieten, weil sie eine Weile im Autositz oder im Buggy ausharren müssen.
In der Regel sind es Lebensmittel, die nicht zu den ganz Ungesunden gehören. Aber darauf kommt es nicht an.

Die Einspeicherung, die beim Kind passiert, ist das, worum es geht.

Essen als Trostmittel und bei Langeweile speichert sich als Stresssenker ein. Langeweile und Stillsitzsituationen haben eines gemeinsam. Sie führen im Kind zu Stress. Es sind unangenehme Situationen, die durch das Essen abgelenkt werden.

Ich kann mich noch sehr gut an eine Situation mit meiner großen Tochter erinnern. Wir waren bei den Großeltern und meine Tochter tat sich weh. Sie weinte und wurde von ihrer Oma, wie immer, liebevoll getröstet. Als schon alles überstanden war, sagte sie zu Melina: „Na Schatz, wollen wir mal in die Naschischublade gucken?“ …

Mein Gedanke war, dass ich mit genau diesem Ablauf noch heute zu tun habe. Es ist ein gelerntes Verhalten. Fühle ich in meinem Körper Stress, sorge ich für kurze, schnelle Energie.
An meinem Gewicht kann man immer sehen, ob es in meinem Leben gerade stressig ist oder ob ich im ruhigen Fahrwasser dümpele.

Sich von gelerntem Verhalten zu verabschieden, ist schwierig.

Da Essen eine orale Befriedigung ist, findet es im Erwachsenen dann alle Facetten. Wenn es beim Essen bleibt, dann natürlich eher Schokolade oder andere leckere Dinge als die gut gemeinte Dinkelstange.
Allerdings gehört auch das Rauchen und die Bierflasche in den oralen Bereich.

Wie schon in anderen Texten geht es darum, den Kindern das Leben mit allen Facetten zuzumuten.
Essen entlastet kurz, beendet Frust, aber jeder Erwachsene, der dieses Thema sein eigen nennt, weiß wie viel Frust es später im Leben macht.
Wie schon gesagt, es wird nicht besser, wenn wir den Kindern nur gesunde Sachen zum zwischendurch essen geben. Es geht generell um das Essen zwischen den Mahlzeiten.
Eben mal kurz was Leckeres.

Menschen brauchen ein Hunger und Sättigungsgefühl.

Wer immer wieder zwischendurch isst, hält immer den Level.
Das ist nicht gut für die Zähne und den Stoffwechsel. Für das Gewicht ganz zu schweigen.
Natürlich kann man auch mal was zwischendurch essen aber es sollte nicht die Regel sein.

Gemeinsame Mahlzeiten am Tisch sind für das Kind vielschichtige Erfahrungen, die nachhaltig wahrgenommen werden.

Heute geht vieles nebenher, leider auch das Essen.

Melina war so ca. 14 Jahre alt und brachte immer mal wieder Freunde nach der Schule mit nach Hause. Es gab eine Freundin, über die lachte ich immer, weil sie mit einem Genuss am Mittagstisch  saß und mit Wonne alles aß. Es war ein sehr schlankes Mädchen, das tatsächliche Essen war es eher nicht.

Meine Mutter vermutete, „Die kennt das gemeinsame Essen nicht. Da wird nicht gekocht…“
Tatsächlich bekam Melina mit wachsendem Einblick in diese Familie mit, dass dort tatsächlich nicht zusammen gegessen wird. Jeder nimmt sich zu unterschiedlicher Zeit, was er will. Deshalb fand sie es bei uns so schön.

Gemeinschaft ist schön. Sie gibt ein geborgenes Gefühl.
Hierzu gehören auch gemeinsame Mahlzeiten.
Ich wünsche euch Zuhause einen guten Appetit. ♥

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