Der Teufel scheißt auf den größten Haufen

…oder: Das, was ich schon kenne, führe ich weiter.

Jeder Mensch hat ein Grundgefühl

Dieses Grundgefühl entsteht durch die Erfahrungen in unserem Leben.
Wie liebevoll und geborgen bin ich aufgewachsen?
Was hab ich erlebt und unter welchen Gegebenheiten habe ich gelebt.

Habe ich einspeichern dürfen: Du bist wertvoll, liebenswert, sicher,
dann habe ich dieses Grundgefühl und werde mutig, selbstbewusst und stark.
Wurde mir vermittelt: Du nervst, geh aus dem Weg, ich habe keine Zeit, sei still, das kannst du nicht, dann gestalte ich mein Leben als Erwachsene mit eben diesen Glaubenssätzen.
Das sind oft die, von uns selbst bewusst wahrgenommenen Glaubenssätze, also wie wurde ich erzogen.

Ich beobachte dieses Phänomen oft im Thema Geld.
Menschen, die in diesem Thema in Sicherheit aufwachsen, ist Geld kein Thema. Mit diesem Thema bist du sicher, haben sie in sich.
Durch diese Leichtigkeit ist es oft ein Selbstgänger. Das Beispiel anders herum. Wenn ein Mensch von seinen Eltern vermittelt bekommt, „das Geld reicht nicht. Aufpassen, egal was du tust, wieviel du arbeitest, Geld geht verloren.“ Dann zieht sich oft dieses Thema durchs Leben.

So ist es mit Allem.

Kenne ich Geborgenheit, begegnet sie mir im Leben immer wieder.
Kenne ich es, sich auf Menschen nicht verlassen zu können, werde ich betrogen und im Stich gelassen.
Wichtig ist als ersten Schritt, diese Dynamik zu erkennen.
Ansonsten komme ich aus einer schwierigen Beziehung und suche mir „Zack“ genau den gleichen Partner wieder. Wir sollten aus unseren Schritten, die wir gegangen sind, lernen. Positiv als auch negativ. Wenn wir aber das Gefühl haben „Ich bin so alleine. Ich schaffe es nicht, diesen Schmerz auszuhalten. Dann lieber schnell in die nächste Beziehung.“ dürfen wir uns nicht wundern, das sich Muster wiederholen.
Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.
Wenn ich im Heute meine Muster verändern will, muss ich es selber angehen. Es wird niemand für mich tun.

Die nonverbale Zeit

Dann gibt es noch die Wahrnehmungen aus der nonverbalen Zeit,
also bis zu dem Alter von zwei Jahren.
In meiner Praxis bestätigt sich die Aussage, je früher eine Wahrnehmung, desto mehr ankert sie.
Das hat mit dem Verhältnis der Kopf- und der Körperwahrnehmung zu tun.
Der KörperSchrank

In der nonverbalen Zeit kann der Kopf nicht zur Entlastung  beitragen.
Das Gefühl wird ungefiltert über den Körper wahrgenommen.
Wenn diese Erfahrung dann sehr intensiv war oder sich wiederholt hat, wurde es innerlich für den Menschen zur Wahrheit.

Beispiel: Früher dachten Pädagogen und Eltern, Kinder müssen sich „großschlafen“. Kinder brauchen für die gesunde Entwicklung Ruhe und Nahrung. Schreien kräftigt die Lungen. Kinder sollten nicht verwöhnt werden. Die Nacht ist zum Schlafen da (das ist sie übrigens auch aber noch nicht wenn das Kind noch so klein ist ;-))…. usw. usw.
In dieser Erziehungszeit hat bei vielen Menschen ganz unbemerkt geankert, ich fühle mich sehr alleine und hilflos.
Jahrzehnte später bricht es hervor und wir bekommen den Deckel nicht wieder zu. Einen Zusammenhang zwischen dem Gefühl in unserem Körper und einen überzeugenden Idee der Ursache können wir oft nicht herstellen. Eben weil die Kopfwahrnehmung es nicht erinnert. Es war zu früh in unserem Leben.

Im Bauch der Mutter machen Kinder idealerweise zwei große Wahrnehmungen:
Ich bin verbunden und ich bin getragen. Mangel ist nicht da (außer es gibt Schwierigkeiten in der Schwangerschaft).

Dann kommen die Kinder auf die Welt

Da brauchen sie die Erfahrung, dass sie immer noch verbunden sind.

Baby Geborgenheit

Ansonsten bekommen Kinder Angst.
Die ersten zwei Entwicklungsphasen
Wenn sie dann diese Angst im Körper immer wieder spüren, ankert die Not und ein Gefühl von „ich bin alleine“ entsteht.
Diesen Glaubenssatz tragen ganz viele Menschen in sich.
Es ist faktisch nicht greifbar woher es kommt aber das Gefühl taucht im Alltag immer wieder auf.
Man geht in Vermeidungsstrategien, hält in unschönen Beziehungen aus, stolpert von einer Beziehung in die Nächste und geht über eigene Grenzen, nur um nicht allein sein zu müssen.

Wie wir auf die Welt kommen…

Ein weiterer, sehr häufiger Glaubenssatz aus der unbewussten
Zeit ist: „Mein Leben ist nicht sicher.“
Er entsteht in der Regel bei der Geburt. Wenn der Körper des Kindes in Not kommt, wie z.B. durch die Nabelschnur um den Hals, lange Geburten, Feststecken, wenig Sauerstoff, nimmt das Kind dieses im Körper oft als existentiell bedrohlich war.
Falls gerade die Wahrnehmungstür offen ist ankert es als Glaubenssatz. Ankern schwere Ereignisse eigentlich immer?

Später haben wir diesen Glaubenssatz nicht bewusst in uns aber im Unbewussten regiert er unser Leben.
Er hält ab, Dinge zu tun, die evtl. risikovoll sind, lässt uns immer sichere Wege gehen auch wenn wir damit unglücklich sind.
Es zieht täglich Lebensenergie weg. Irgendwann kommt  es dann immer mal wieder zur totalen Erschöpfung und die Depression oder das Burnout tritt auf die Bühne.
Mein Ausbilder Ralf Lemke hat mal zu mir gesagt: “Nicky, so wie es uns ins Leben trägt so gehen wir oft auch durchs Leben.“
Das ist so wahr.

Als ich mit Anfang 30 die Zusage für die therapeutische Ausbildung bekam, erzählte ich es einer Bekannten. Sie sah mich an und sagte: „Meine Güte, Nicky. Dein Leben geht ja erst los…“
Ich war schockiert und sagte: „Natürlich, wir sind Anfang 30. Das ist doch nicht das Ende.“
Darauf sie: „Naja, ich bin im öffentlichen Dienst. Ich hasse meinen Job aber ich hab meinen Mann, die zwei Kinder und wir haben das Haus.
Da kann ich doch nicht diese feste Arbeitsstelle weggeben.
Ich muss hier bleiben bis ich alt bin.“
Dieses Gespräch werde ich nie vergessen.
Natürlich müssen wir in unserem Leben verantwortlich handeln. Trotzdem sollten wir uns bewusst machen, dass wenn wir unser Leben auf eine Art und Weise leben, mit der wir nicht im Frieden sind, es uns unsere Lebensenergie kostet.
Entweder streikt irgendwann der Körper oder die Seele.

In der klassischen Therapie suchen wir dann nach Erklärungen, sehen zu wie wir unser Leben entschleunigen damit die Kraft zurückkommt.
Meiner Meinung nach ist es wichtig, die verletzte Wurzel zu klären.
Sonst ist der Ursprungsherd noch da und ploppt ggf. immer wieder auf.
Der Körper kennt den Weg.
Er weiß wo der ursprüngliche Splitter ist.

2 Antworten auf „Der Teufel scheißt auf den größten Haufen“

  1. Oh, wie wahr …. in diesem Text finde ich mich und mein Leben wieder und endlich eine Erklärung .
    Ich bin nun gespannt und willig mir meinen „Splitter“ endlich ziehen zu lassen .

    1. Liebe Ute, es freut mich total, dass du dich in dem Beitrag findest. Wir alle tragen unsere Splitter und es lebt sich wirklich besser, wenn sie nicht mehr weh tun.
      Ich hatte es in einem anderen Beitrag schon mal gesagt, auf einem Blog gibt es die Heilung nicht. Aber ich bin da. Schreib mir gern eine Mail oder ruf mich an. Dann gehen wir und machen uns an deinen Splittern zu schaffen 😀 .
      In diesem Blog ist es mit ein ♥ensbedürfniss, dass Menschen eine Idee von Arbeit an Heilung bekommen. Diese ist sehr logisch und hat mir meinen Lebensweg beschert.
      So oft denke ich, wenn ich in meinen Erstgesprächen sitze und den Urschleim 😉 von Wahrnehmungseben erzähle, wie toll es wäre, wenn alle Menschen darum ganz natürlich wüssten. Wenn es, so wie es Therapeuten gibt, die den Klienten über die sprachliche Ebene begleiten, auch genug von den Therapeuten gäbe, die die Splitter ziehen. Dann sähe das Therapeutische Feld anders aus. Es gäbe keine monatelangen Wartelisten, die Menschen in Not verzweifeln lassen. Splitter würden gezogen, die Plätze dann wieder frei.
      Das ist Einer der, mir wichtigen Gründe für diesen Blog. Ich möchte es verbreiten. Mal sehen, ob es mir gelingt. :-*
      Somit Ute, noch mal. Wenn du mich brauchst, melde dich gerne. Ich freue mich auf unser Kennenlernen.
      Deine Nicky ♥

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