Beim heutigen Thema steigen wir in die berühmt, berüchtigte Trotzphase ein… :-)

Es geht um das Thema Trotz und den effektiven, gesunden Umgang mit Diesem.

Als Erstes möchte ich sagen, „ Wie gut, dass Dein Kind so schön trotzt.  Das bedeutet, Dein Kind entwickelt sich normal und reagiert sehr gesund.

Das Trotzen ist eine ganz natürliche und sehr wichtige Entwicklungsphase für sie.
Die Frage ist nur, wie kommt man als Eltern gut dadurch und was haben die Kinder am Ende dieser Phase für Erfahrungen mit uns als Eltern gemacht.
Kommen sie gestärkt in Ihrer Bindung zu uns daraus hervor, wie haben sie uns erlebt, bringt es sie weiter in ihren mitmenschlichen Beziehungen?

Zuerst im Leben eines Kindes kommt das nachgeburtliche Verhalten – es bindet sich an eine liebevolle, zur Verfügung stehende Bindungsperson. Die zweite Bindungsphase ist die Fremdelphase. Die Anbindung an die Mutter (tatsächlich ist das oft eine äußerst frustrierende Zeit für die Väter und eine seeehr anstrengende Zeit für die Mütter) wird gefestigt, durch erwachende Trennungsangst des Kindes.
Das Fremdeln bedeutet: „Ich bin bei Dir gelandet!“
Diese beiden Zeiten im Leben der Kinder habe ich im letzten Beitrag schon erklärt.
Die ersten zwei Entwicklungsphasen

Die dritte Phase ist dann die Trotzphase

Das Kind entfernt sich nach gelungener Bindung. Die Kinder entwickeln ein „Selbst“ bewußtsein.
Die Trotzphase ist für die Kinder eine Krise. Das Kind ringt darum, dass die Eltern sich stellen und sie selbst wahrgenommen werden.
Die Krise bietet dem Kind die Möglichkeit, die neuen Erfahrungen zu machen, zu denen es nun bereit ist. Stellen die Eltern sich nicht in ausreichender Präsenz, verlängert sich die Phase, bis die Kinder sicher sind.

Ich habe dazu das Bild vom Sicherheitsbecher. Stell dir vor, dein Kind trägt in sich einen Becher mit Sicherheit. Am Besten ist es für den Menschen, wenn dieser Becher bis zum Rand gefüllt ist. Durch verschiedene Entwicklungsphasen aber auch schwere Erlebnisse schwappt immer mal wieder etwas Sicherheit aus dem Becher heraus. Jeder Mensch versucht dann den Becher in sich wieder zu füllen. Denn Sicherheit ist ganz wichtig. Das merken wir Erwachsenen oft in fragwürdigem Verhalten, das wir an den Tag legen, wenn unser Becher nicht gefüllt ist. Dann kontrollieren wir das Handy des Partners, sind eifersüchtig oder es befallen uns nicht erklärbare Ängste.

In dieser Zeit entwickelt sich eine neue Qualität in der Bindung zu den Eltern

Kinder docken an die Eltern an, indem sie sich konfrontieren.

Mit dieser Konfrontation kann man nun unterschiedlich umgehen. Wir in unserer Gesellschaft sind es gewohnt, in Konflikten mit unseren Bindungspersonen (das sind unsere eigenen Eltern, unsere Partner und unsere Kinder) eher auseinander zu gehen, Abstand voneinander zu bekommen, Auseinandersetzung zu vermeiden.

(„Wie gut, dass meine Eltern 300km weg wohnen“, bei Streit mit dem Partner geht der Mann Billard spielen und die Frau geht zur Freundin Kaffee trinken, die Kinder werden ins Zimmer geschickt, wenn sie nicht hören.)

Ich vertrete die haltgebende Erziehung, in der man gerade bei Auseinandersetzung in den Kontakt (möglichst körperlich…klare Position aber natürlich liebevoll 😉 ) geht um sich besser in das Kind einfühlen zu können. Dieses ist ein ganz anderer Ansatz als wir es im Alltag oft tun.
Der Körperkontakt hilft, dem Kind präsenz zu zeigen. Eine Hand auf dem Rücken, die Hand anfassen, Nähe aufbauen. Ansagen kommen im Körperkontakt bei dem Kind um ein vielfaches mehr an als auf der reinen Kopfebene.

Bei Melina habe ich noch sehr geübt aber Luna ist von klein auf haltgebend aufgewachsen. Wenn sie mit mir wütend war, kam sie vor sich hin schimpfend immer näher, kletterte auf meinen Schoß bis es wieder gut war.

Wie das möglich ist, wenn die Nerven total runter gewirtschaftet sind, erzähle ich hier Stück für Stück.
Das ist für einen Beitrag viel zu viel.
Für den Notfall kontaktiere mich. Ich bin da.

 

 

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