In der Hoffnung auf eine richtende Instanz

Manchmal ändert man seine Meinung. Entscheidungen, die getroffen wurden, machen manchmal ein Gefühl von Überforderung.
Somit entschieden meine Eltern drei Wochen vor unserem Umzug, dass Maya doch nicht bei ihnen wohnen konnte. In die Ferienwohnung durften keine Tiere.
Somit brauchten wir eine neue Wohnung, in der wir alle zusammen sein konnten. Außerdem musste ich dann in der Wohnung auch arbeiten können, weil unser Hund so schreckliche Angst hat, wenn man ihn alleine lässt.
Diese Wohnung musste also groß genug sein für uns drei Mädchen und einen Hund, einen Balkon haben für die Kaninchen, ich musste dort arbeiten können, sie durfte nicht allzu weit weg sein, damit meine Praxis weiterhin für alle erreichbar war, die Kinder mussten zur Schule kommen können und sie musste für eine Kurzzeitvermietung zur Verfügung stehen.
Einzugsdatum in drei Wochen. Naklar. Gaaar kein Problem. 😉

Ich setzte mich ans Telefon und eine Stunde später war es erledigt.
In Lübeck an der Untertrave fand ich ein super schönes Altstadthaus, was für uns wie gemacht war.
Ich telefonierte mit der Wohnungsverwalterin in Hamburg und erklärte ihr unsere Notlage.
Sie sagte uns die Wohnung zu. Ich könnte das Thema loslassen.
Sie würde mir sofort den Mietvertrag zur Ansicht zuschicken.
Eine Woche vor dem Umzug sollte ich noch mal anrufen, um die Übergabe am Tag vor dem Umzug abzusprechen. Dort machen wir dann auch alles schriftliche, es ist ja sowieso alles so kurzfristig und ich soll mich jetzt auf das Kartons packen konzentrieren.
Suuuuper. Wir waren alle sehr aufgeregt und freuten uns auf die Zeit in der große, weiten Welt, der Innenstadt von Lübeck. 😉
Wie besprochen meldete ich mich telefonisch eine Woche vor dem Umzug.
Wir packten schon fleißig Umzugskartons. Die Hälfte, also ca. 100 hatten wir schon geschafft. Alles stand voll.

Gott sei Dank vertraue ich auf Karma

Die Verwalterin sagte mir am Telefon: „Tja, Frau Klütz. Ich habe es mir noch mal überlegt, ich habe die Wohnung nun doch in die Langzeitvermietung gegeben.“
Manchmal bekommt man sehr deutlich mit, wenn in einem Trauma ankert. Ich hatte das Gefühl, ich breche in der Mitte in zwei Hälften auseinander.
Wie kann man mit Menschen so umgehen? Ich hatte ihr von der Situation, in der wir uns befanden, erzählt. Somit begann ich, sie intensiv anzuschreien.
Meine Freundin Geli war gerade bei mir. Sie stellte sich hinter meinen Stuhl, sammelte meine beiden Hälften ein und hielt sie in der Mitte zusammen. Was es für großartige Leute gibt. ♥
Nach dem Auflegen sagte sie, dass es nicht möglich wäre, in so kurzer Zeit eine neue Wohnung zu finden. Ich müsste es verschieben. Ich sah die Umzugskartons an und merkte, dass es klappen muss. Es muss einfach…

Alles, was in und um Lübeck mit Wohnraum zu tun hatte, wurde von mir an diesem Vormittag angerufen….ALLES

Es sah nicht gut aus. Für in einer Woche gar nicht aber auch in absehbarer Zeit gab es von nirgendwo eine Idee. Ich sah uns schon im Garten zelten.
Am Nachmittag telefonierte ich mit einer Wohnungsverwaltung in Lübeck. Ich heulte durchgängig, denn Gefühle müssen raus, sonst wird man krank.
Eine wunderbare Frau sagte mir am Telefon, sie hätte eine Idee.
Es wäre eine Wohnung frei, die das, was wir brauchen, hergibt.
Heute Abend würde es eine öffentliche Besichtigung geben.
Da kommen alle Interessenten. Ich könnte sie mir ja mal ansehen.

„Wenn mehrere Interessenten kommen würden, hätte ich als Kurzzeitmieter keine Chance“, sagte ich ihr.
„Wie werden sehen“, kam die Erwiderung.
Zwei Stunden später rief mich ihr Chef an.
Er sagte: “ Hallo Frau Klütz, ich hab gehört, Sie haben heute keinen so schönen Tag?“ Daraufhin heulte ich schon wieder.
„Was ist denn da bloß los, mit Ihrem Haus? Das ist doch das gelbe Haus an der Brücke, oder? War da nicht vor kurzem irgendwas mit dem Heizöl?“ :-0
Es stellte sich heraus, dass er aus Krummesse kam. Dann fragte er: „Das war doch ganz früher mal eine Kneipe? Sind Sie eine geborene Louven?“ Als ich bestätigte, sagte er: „Ok, kommen Sie mal heute Abend. Egal, wie viele andere Leute noch kommen, wenn Sie die Wohnung wollen, sage ich sie Ihnen hiermit zu.“
Oma und Opa haben es wieder mal gerichtet. Meine Güte…Die HausGeschichte

Somit packten wir, neben der Arbeit, die ja weiter lief, die restlichen 100 Umzugskartons und zogen sieben Tage später in unser Übergangszuhause.
Der Rückbau des Hauses begann.

Alles, was ich bis dahin aufgebaut hatte, zerbrach…

 

Alles, was ich bis dahin aufgebaut hatte, zerbrach…

 

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